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Forschung

Die Forschungsschwerpunkte am Lehrstuhl liegen auf der kognitiven und sozial-kognitiven Entwicklung in den ersten Lebensjahren, insbesondere auf Lernen und Gedächtnisprozessen.
Dies sind einige spezifische Themen, mit denen wir uns aktuell beschäftigen:

Obgleich Säuglinge und Kleinkinder den größten Teil ihrer Zeit schlafend verbringen, war bis vor kurzem wenig darüber bekannt, welche Auswirkungen Schlaf auf frühkindliches Lernen und Erinnern hat. Einige aktuelle Studien haben nun gezeigt, dass Schlaf bereits in den ersten Jahren unterschiedliche Gedächtnisprozesse unterstützt. Aufbauend auf diesen Befunden untersuchen wir, ob Schlaf auch die Selektivität und Qualität des Erinnerns beeinflusst.

Publikationen:

Konrad, C., Schneider, S., Zinke, K., Herbert, J. S., & Seehagen, S. (2026). Nap-dependent declarative memory consolidation in 12-month-old infants–A conceptual replication study. Infant Behavior and Development, 83, 102180.

Hermesch, N., Seehagen, S., Barr, R., Herbert, J. S., & Konrad, C. (2025). Sleep and Selective Memory Consolidation in Infants: Exploring the Impact of Learning Contexts. Infancy, 30(5), e70045.

Konrad, C., & Voigt, B. (2025). No effect of napping on episodic foresight and prospective memory in kindergarten children. Journal of Sleep Research, 34(3), e14387. https://doi.org/10.1111/jsr.14387

Hermesch, N., Konrad, C., Barr, R., Herbert, J. S., & Seehagen, S. (2024). Sleep‐dependent memory consolidation of televised content in infants. Journal of Sleep Research, 33(4), e14121. https://doi.org/10.1111/jsr.14121

Konrad, C., & Seehagen, S. (2020). The effect of napping and nighttime sleep on memory in infants. In: Berger S., Scher A. and Harbourne R.T., (Eds.), Advances of Child Development and Behavior, Interdisciplinary perspectives on the relation between sleep and learning in early development, Vol. 60, 2020, Elsevier; Amsterdam. https://doi.org/10.1016/bs.acdb.2020.08.003

Konrad, C., Herbert, J. S., Schneider, S., & Seehagen, S. (2016). Gist extraction and sleep in 12-month-old infants. Neurobiology of Learning and Memory, 134, 216-220. https://doi.org/10.1016/j.nlm.2016.08.021

Konrad, C., Seehagen, S., Schneider, S., & Herbert, J. S. (2016). Naps promote flexible memory retrieval in infants. Developmental Psychobiology, 58(7), 866-874. https://doi.org/10.1002/dev.21431

Konrad, C., Herbert, J. S., Schneider, S., & Seehagen, S. (2016). The relation between prior night‘s sleep and measures of infant imitation. Developmental Psychobiology, 58(4), 450-461. https://doi.org/10.1002/dev.21387

Seehagen, S., Konrad, C., Herbert, J. S., & Schneider, S. (2015). Timely sleep facilitates declarative memory consolidation in infants. Proceedings of the National Academy of Sciences, 112(5), 1625-1629. https://doi.org/10.1073/pnas.1414000112

Ansprechpartnerin: Prof. Dr. Sabine Seehagen

Die ersten Lebensjahre sind weichenstellend für Entwicklung und Wohlbefinden über die Lebensspanne. Der Schwerpunkt entwicklungspsychologischer Forschung liegt bisher auf den negativen Auswirkungen früher aversiver Erfahrungen. Der Einfluss positiver Erfahrungen wurde bisher vernachlässigt. Dies möchten wir verändern und interessieren uns besonders für die Rolle positiver Emotionen für die frühe Entwicklung.  Studien mit Erwachsenen haben gezeigt, dass positive Emotionen Gedanken und Handlungen kurzfristig verändern und dabei helfen, Ressourcen wie soziale Beziehungen und Fähigkeiten langfristig aufzubauen. Allerdings verstehen wir noch nicht vollständig, wie positive Emotionen sich früh im Leben entwickeln oder wie sie mit sozialen Erfahrungen interagieren. Um zu verstehen, wie positive Emotionen sich entwickeln und sozial-emotionale Fähigkeiten, kognitive Fähigkeiten und Wohlbefinden in den ersten Lebensjahren beeinflussen, nutzen wir verschiedene Methoden und arbeiten wir gemeinsam mit Forscherinnen und Forschern aus mehreren Bereichen der Psychologie. Diese Forschung könnte uns helfen, Wege zu finden, positive Emotionen zu fördern und die Entwicklung in den ersten Lebensjahren zu unterstützen.

Publikationen:

Seehagen, S., Bartnick, C., Kärtner, J., Krasko, J., Luhmann, M., Schaal, N., Schneider, S., Witt, S., & Zmyj, N. (2025). Belong, broaden, and build: The role of positive emotions in early human development. Child Development Perspectives, 19(4), 237–243. https://doi.org/10.1111/cdep.70002

Ansprechpartnerinnen: Gulizar Tel und Dr. Carolin Konrad

Diese Studie soll verschiedene Faktoren untersuchen, die zur mentalen Belastung von Müttern beitragen, einschließlich solcher, die diese erhöhen oder reduzieren können. Darüber hinaus werden alltägliche Schwankungen der mütterlichen Belastung sowie deren mögliche Auswirkungen auf die Kinder analysiert. Die Mütter füllen dazu zwei Online-Fragebögen aus und führen zusätzlich ein siebentägiges Tagebuch. Die Väter werden ebenfalls gebeten, den Fragebogen zum Thema Mental Load auszufüllen, um ein umfassenderes Verständnis der familiären Situation zu ermöglichen.

Ansprechpartnerin: Gulizar Tel

Geschwisterbeziehungen gehören zu den längsten sozialen Beziehungen eines Menschen und stellen einen wichtigen Kontext für die soziale und kognitive Entwicklung von Kindern dar. Wir interessieren uns daher für die Rolle von Geschwistern in verschiedenen Bereichen der kindlichen Entwicklung: So könnten Erfahrungen mit Geschwistern die Wiedererkennung von Kindergesichtern beeinflussen bzw. dazu beitragen, dass diese Fähigkeit im ersten Lebensjahr aufrechterhalten wird. Auch die Imitation könnte durch das tägliche Beobachten und Nachahmen von Geschwistern gefördert werden. Darüber hinaus bieten Geschwisterbeziehungen viele Gelegenheiten, Gedanken, Gefühle und Absichten anderer zu verstehen, was die Entwicklung der Theory of Mind unterstützen könnte. Schließlich könnten Kinder im Umgang mit Geschwistern lernen, zu teilen, zu helfen und Rücksicht zu nehmen, sodass Geschwister möglicherweise auch zum Erwerb prosozialen Verhaltens beitragen.

Ansprechpartnerin:

Das Medienangebot für Kinder ist in den letzten Jahrzehnten rasant gestiegen: Tablets, Smartphones, Fernseher und Co bieten viele spezielle Angebote für jüngere und ältere Kinder. Die Grenzen und Möglichkeiten von Mediennutzung in den ersten Lebensjahren sind noch nicht umfassend erforscht. Bekannt ist beispielsweise aber bereits, dass es Säuglingen und Kleinkinder schwerer fällt, neue Dinge durch Imitation aus Medien im Vergleich zu sozialen Interaktionen zu lernen. Wir erforschen, was es Kleinkindern erleichtern könnte, durch Medien angebotenes Wissen auf reale Gegebenheiten zu übertragen.

Publikationen:

Konrad, C., Domoff, S. E., & Schneider, S. (2026). Validation of the German Version of the Problematic Media Use Measure (PMUM-SF) short form and its relation to child and parental mental health. Computers in Human Behavior Reports, 100911.

Hermesch, N., Konrad, C., Barr, R., Herbert, J. S., & Seehagen, S. (2026). Early Childhood Screen Use and Sleep: Evaluating the Strength of the Evidence. Computers in Human Behavior     Reports, 100921.

Konrad, C., Berger-Hanke, M., Hassel, G., & Barr, R. (2021). Does texting interrupt imitation learning in 19-month-old infants? Infant Behavior and Development, 62, 101513. https://doi.org/10.1016/j.infbeh.2020.101513

Konrad, C., Hillmann, M., Rispler, J., Niehaus, L., Neuhoff, L., & Barr, R. (2021). Quality of mother-infant interaction before, during and after smartphone use. Frontiers in Psychology, 12, 929. https://doi.org/10.3389/fpsyg.2021.616656

Seehagen, S., Schneider, S., Miebach, K., Frigge, K., & Zmyj, N. (2017). „Should I or shouldn’t I?“ Imitation of undesired versus allowed actions from peer and adult models by 18- and 24-month-old toddlers. Infant Behavior and Development, 49, 1-8. doi: 10.1016/j.infbeh.2017.06.001

Seehagen, S., & Herbert, J. S. (2011). Infant imitation from televised peer and adult models. Infancy, 16, 113-136. doi:10.1111/j.1532-7078.2010.00045.x

  Ansprechpartnerin: Dr. Rebekka Heinen


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